Hilfe gegen Blaualgen

In meinen Anfangsjahren der Aquaristik war das Auftreten von Blaulagen, richtigerweise Cyanobakterien, einem Alptraum gleichgesetzt. Wer Blaualgen hatte, hatte verloren, so hieß es immer. Hinzu kamen regelmäßige Horrormeldungen über durch Blaualgen verseuchte und gesperrte Badeseen. Nun, Cyanobakterien sind einer der ältesten Lebensformen überhaupt. Im Aquarium treten sie durch ein Nährstoffungleichgewicht auf. Ursache sind meistens verschlammter Filter und/oder ein verschlammter Bodengrund. Bei mir war es ein verschlammter Bodengrund.

Ich hatte einen Bodenfluter eingesetzt, der aber nach neusten Erkenntnissen reduktive Prozesse im Bodengrund negativ beeinflusst. Letztendlich habe ich die Bodenheizung wieder entfernt. (man muss die Kabel einzeln durchschneiden und aus dem Boden rausfriemeln – Achtung → erst vom Strom nehmen)

Vor ein paar Wochen zeigte sich dann der erste Cyanobakterienschleim am Boden. Dieser Schleim, eben auch Blaualge genannt, obwohl es sich nicht um Algen handelt, kann in kürzester Zeit den Boden, die Pflanzen und das Hartscape überziehen. Die Horrorgeschichten darüber kommen sich daher, dass diese Bakterien in der Lage sind, als vermeintliche Alge, sich derart schnell zu vermehren, dass ein Becken innerhalb weniger Tage zugewuchert sein kann. Blaualgen haben keinen Zellkern, können jedoch Photosynthese betreiben. Beim Absterben setzen Blaualgen Toxine frei, die im schlimmsten Fall zum Tod der Aquarienbewohner führen können.

Bei sehr starken Befall raten einige Aquarianer dazu, das Becken einer Dunkelkur zu unterziehen, bei dem das Becken für mehrere Tage abgedunkelt wird. Da kann ich nichts zu sagen. Ich habe die Methode von Joachim Mundt gewählt, die ich allerdings durch die Einnebelmethode ergänzt habe. Mundts 3 Punkte Methode zur Bekämpfung von Blaualgen heißt: Absaugen, Stören und Konkurrenz schaffen.

  1. Absaugen: Als erstes würde ich einen mind. 50prozentigen Wasserwechsel mit Absaugen der Blaulagen empfehlen. Sollte der Filter die Ursache sein, weil der verschlammt ist, sollte dieser ebenfalls möglichst im Aquarienwasser zu reinigen.
  2. Stören: Den Bodengrund ordentlich mit der Mulm Glocke absaugen, insbesondere an den Stellen mit Befall ordentlich durchrühren
  3. Konkurrenz schaffen: Durch das Einbringen von Mikroorganismen. Man geht davon aus, dass fehlende Mikroorganismen der Grund für ein Ungleichgewicht im Becken und schlussendlich für die Vermehrung der Blaualgen ursächlich sind. es liegt also nah, Mikroorganismen als Konkurrenz für die Cyanobakterien einzusetzen. Ich habe mit dem Produkt EM Blond angefangen, bin aber auf ARKA Special Blend umgestiegen, da EM Blond auf Milchsäurebakterien basiert und ich nicht genau weiß, was diese im Becken bei langer Anwendung verursachen.
  4. Die Einnebelmethode: Zusätzlich zu den oben genannte Maßnahmen habe ich die Stellen mit einer schwachen Wasserstoffperoxid Lösung mittels einer Spritzen „eingenebelt“, an denen die Cyanos wieder auftraten.

Blaualgen können genauso schnell wieder verschwinden, wei sie gekommen sind. So ganz sind die einzelnen Zusammenhänge mit den Cyanobakterien wohl noch nicht klar. Wer etwas tiefer in die Materie einsteigen will: Es gibt dazu sogar eine Dissertation. der Biologin Claudia Wiedner.

Mein »Setup« gegen die Blaulagen sah so aus, dass ich nach dem Wasserwechsel (50 Prozent) den Boden ordentlich mit der Mulmglocke bearbeitet habe und den Filter (teil)gereinigt habe. Im Anschluss habe ich das Becken mit verschnittenem Osmosewasser aufgefüllt, Bakterien, etwas Dünger und Huminstoffe hinzugegeben.

In den letzten Tagen hatte ich nur noch vereinzelt »Blaualgennester«. Ob das durch Vorgehensweise gelungen ist, kann ich nicht sagen. Mindestens scheint mir diese Vorgehensweise durchaus plausibel.

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